Liebe Bürgerinnen und Bürger,


der Hochsauerlandkreis ist in NRW mit einer Fläche von knapp 2.000 qkm der flächenmäßig größte Landkreis und verzeichnet mit rund 263.000 Einwohnern eine entsprechend geringe Bevölkerungsdichte. Prognosen rechnen bis 2030 mit einem weiteren Bevölkerungsrückgang bei gleichzeitigem Anstieg der über 80-Jährigen um 50%. Der Kreis stellt sich den Herausforderungen und so hat der Kreistag bereits im April 2013 ein Zukunftsprogramm als strategisch verbindlichen Handlungsrahmen verabschiedet.

Zwar sind die heutigen Seniorinnen und Senioren fitter und gesünder als je zuvor, trotzdem gibt es wachsende Anteile von pflegebedürftigen älteren Menschen. Es ist die Aufgabe der Kommunen, den Bedürfnissen der Menschen im Hochsauerlandkreis entsprechende Wohnund Betreuungsmöglichkeiten vorzuhalten und die pflegerische Infrastruktur zu überprüfen.

Um pflegebedürftigen älteren Menschen ein Leben in den eigenen vier Wänden so lange wie möglich zu ermöglichen, tut der Hochsauerlandkreis viel.

So wurde z.B. 2012 das auf drei Jahre angelegte Projekt „ambulant vor stationär“ ins Leben gerufen, welches mittlerweile als Regelberatungsangebot übernommen wurde. Durch die Beratung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen konnte in vielen Fällen eine Lösung für den Verbleib in der eigenen Wohnung durch eine ambulante Versorgung gefunden und in der Projektlaufzeit erhebliche Einsparungen in der Sozialhilfe erzielt werden.

Auch die trägerunabhängige Pflege- und Wohnraumberatung des Hochsauerlandkreises als kostenlose und unabhängige Beratungsinstitution für Betroffene, Angehörige und Bezugspersonen informiert vertraulich zu allen Angeboten rund um die Themen häusliche Pflege und Anpassung von Wohnraum.


Ausgesprochen hilfreich für die Orientierung über die verschiedenen Wohn- und Betreuungsangebote im Hochsauerlandkreis ist der online verfügbare Pflegeatlas (http://hsk.pflegeatlas. de).

Der Hochsauerlandkreis hat darüber hinaus im Juni 2015 als eine von bundesweit 13 Regionen den Zuschlag zum Förderprogramm „Land(auf) Schwung“ erhalten.

Für den Zeitraum vom 1. Juli 2015 bis 31. Dezember 2019 unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Hochsauerlandkreis mit insgesamt 2,25 Mio. € für Projekte aus den Themenfeldern „Medizinische Versorgung, Vorsorge und Pflege“ sowie „Innovation bei der Fachkräftegewinnung und -sicherung“.

Die genannten Schwerpunkte wurden im Rahmen eines „Land(auf)Schwung“-Beteiligungsprozesses unter Berücksichtigung bereits bestehender Initiativen und Planungen, wie z.B. LEADER und dem „integrierten Handlungskonzept Südwestfalen“ während der Bewerbungsphase ausgewählt.

Das interkommunale Gesundheits- und Pflegenetzwerk Hochsauerland war eines von drei Startprojekten, die im Rahmen des Modellprojekts „Land(auf)Schwung“ im Hochsauerlandkreis durchgeführt werden.

Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt erfolgreich umgesetzt worden ist und als ein zentrales Ergebnis den vorliegenden Wegweiser „Gut informiert älter werden in Winterberg, Medebach und Hallenberg“ hervorgebracht hat.

Allen daran Beteiligten danke ich herzlich für Ihre Mühe und freue mich, dass für die Einwohner der drei Kommunen die Angebotslandschaft transparenter wird. Ebenfalls bin ich mir sicher, dass das Ergebnis auch auf die weiteren Kommunen im Hochsauerlandkreis übertragbar sein wird.

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Dr. Karl Schneider


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,


vor dem Hintergrund der weiter voranschreitenden Alterung unserer Gesellschaft spielt eine qualitativ hochwertige gesundheitliche und pflegerische Versorgung eine große Rolle. Insbesondere in ländlichen Regionen ist vor dem Hintergrund von zunehmendem Fachkräftemangel und der Abwanderung von jüngerer Bevölkerung der Handlungsdruck für eine zukünftige Sicherstellung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung besonders hoch.

Ältere Menschen verfügen jedoch nicht nur über besondere Bedürfnisse und Unterstützungsbedarfe, sondern auch über vielfältige Ressourcen und Kompetenzen, die sie in vielerlei Hinsicht, z.B. im Rahmen von ehrenamtlichen Tätigkeiten, der Interessenvertretung, Nachbarschaftshilfe oder Betreuung von Enkelkindern in unsere Gesellschaft einbringen können.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund der bestehenden guten interkommunalen Zusammenarbeit haben wir uns nur allzu gerne bereit erklärt, an dem Aufbau eines kommunenübergreifenden Gesundheits- und Pflegenetzwerks im Rahmen des Bundesprogramms „Ländliche Entwicklung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) – Landaufschwung in den Jahren 2016 und 2017 mitzuwirken.

Wo gibt es Anlaufstellen und Möglichkeiten der Begegnung? Wo kann ich mich selbst noch ehrenamtlich engagieren oder wie kann ich auf Unterstützung Ehrenamtlicher zurückgreifen?

Welche Freizeitmöglichkeiten gibt es? Wie kann ich möglichst lange in meinen eigenen vier Wänden leben?

Für von Pflegebedürftigkeit betroffene Menschen und ihre Angehörigen liefert der Wegweiser Hilfestellung, sich in der Fülle von Angeboten und Anbietern sowie einer komplexen Gesetzgebung zurechtzufinden. Es werden aber auch Fragen beantwortet zum Thema Mobilität, finanzielle Hilfen sowie Vorsorge, Krankheit und Todesfall.

WNeben wichtigen Hintergrundinformationen und aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen werden u.a. gesundheitliche und pflegerische Angebote in den drei Kommunen aufgeführt und transparent gemacht.

So haben nicht nur ältere Menschen und ihre Angehörigen die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren und Angebote auch in den Nachbarkommunen in Anspruch zu nehmen, sondern auch die Akteure der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung selbst erhalten einen besseren Überblick über die vielfältige Angebotslandschaft.

Wir wünschen uns, dass dadurch die Lebensqualität unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger verbessert wird.

Wir danken ganz herzlich allen, die sich in unserem Gesundheits- und Pflegenetzwerk engagieren und die dazu beigetragen haben, dass dieser Wegweiser entstanden ist.

Wir werden unser interkommunales Gesundheits- und Pflegenetzwerk auch über den Ablauf der Förderung hinaus am Leben erhalten und freuen uns über und auf die weitere Zusammenarbeit mit unseren engagierten Akteuren vor Ort.

Michael Kronauge
Bürgermeister Hallenberg

Thomas Grosche
Bürgermeister Medebach

Werner Eickler
Bürgermeister Winterberg

Dr. Vera Gerling
Management Gesundheits- und
Pflegenetzwerk Hochsauerland

Durch den demografischen Wandel steigt der Bedarf an gesundheitlichen und pflegerischen Leistungen, gleichzeitig sinkt die Zahl der Menschen, die potenziell als Arbeitskräfte und Angehörige in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung tätig sein können. Vor allem in ländlichen Räumen, die zudem stark von Abwanderungen jüngerer Erwerbspersonen geprägt sind, sind innovative Lösungsansätze gefragt, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Vor diesem Hintergrund ist vom 1.1.2016 bis 31.12.2017 das interkommunale Gesundheitsund Pflegenetzwerk Hochsauerland als eines von drei Startprojekten im Rahmen des Modellprojekts „Land(auf)Schwung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Hochsauerlandkreis durchgeführt worden. Das Projekt zielte darauf ab, die im Handlungsfeld Pflege und Gesundheit tätigen Akteure in Winterberg, Medebach und Hallenberg miteinander zu vernetzen.

In einem Expertenworkshop sind im April 2015 die Themen festgelegt worden, die für die drei Kommunen von besonderer Bedeutung sind. Dabei handelt es sich um: 1. Pflegerische Versorgung, 2. Prävention, Tourismus & Gesundheitswirtschaft und 3. Mobilität & Wohnen im Alter.

Auch die Sicherstellung der medizinischen Versorgung stellt für die drei Kommunen eine zentrale Herausforderung dar. Dieses Thema wurde im Rahmen einer Kooperation des Gesundheits- und Pflegenetzwerks mit dem zweiten Land(auf)Schwung-Projekt „Heimvorteil“ sowie dem Verein „Doktorjob“ (Medizinstipendium HSK) bearbeitet.

Nach der Auftaktveranstaltung im Juli 2015 wurden in Runden Tischen Lösungen und Projektideen für eine optimierte gesundheitliche und pflegerische Versorgung erarbeitet.

Bei dem „Gesundheits- und Pflegenetzwerk Hochsauerland“ handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der drei Kommunen. Da an diesem Prozess viele Professionen aber auch ehrenamtlich engagierte Menschen beteiligt sind, ist der Kreis der Akteure breit und umfasst grundsätzlich alle zentralen Akteure der drei Kommunen aus den Bereichen Gesundheit, Pflege, Zivilgesellschaft, Kirche und Kurwesen sowie kommunale Verwaltung.

Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist der vorliegende kommunenübergreifende Wegweiser „Gut informiert älter werden in Winterberg, Medebach und Hallenberg“, der auch online erscheinen wird.

Der Redaktionsgruppe und allen Beteiligten sei herzlich gedankt für ihre engagierte Arbeit!